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ZyklusstörungenWas ist eine «normale» Menstruation?
Der normale Zyklus der Frau wird vom Zwischenhirn (Hypothalamus) gesteuert (siehe Bild rechts). Dort wird das Hormon GnRH (Gonadotropin-releasing hormone) gebildet, welches die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) steuert. Diese bildet, je nach Zyklusphase, die Hormone FSH und LH, welche ihrerseits den Eierstöcken Befehle erteilen. Das Zykluszentrum im Zwischenhirn reagiert sehr sensibel auf Faktoren wie psychischen Stress, körperlichen Stress, Extremsport, Hunger, Gewichtsabnahme unter ca. 48 kg, aber auch übermässige Gewichtszunahme. In allen diesen Situationen kann die Monatsblutung aussetzen (dies bezeichnen wir als Amenorrhoe). Typisch ist z.B. die Amenorrhoe jüngerer Frauen als Folge der fremden Umgebung bei einem Auslandaufenthalt. Bei ausbleibender Monatsblutung muss natürlich zuerst eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Oben: Eine typische und häufige Zyklusstörung der übergewichtigen Frau - sogenannte polyzystische Ovarien (PCO-Syndrom). Auf dem Querschnitt durch den Eierstock sieht man zahlreiche kleine Eibläschen unterhalb der Oberfläche. Bei dieser Störung werden im Eierstock zuviel männliche Geschlechtshormone gebildet und im Fettgewebe zu "ungesunden" Östrogenen umgewandelt, was den Eisprung unterdrückt. Folgen sind ausbleibende Menstruation, Kinderlosigkeit, vermehrter Haarwuchs und Akne. Die beste und einfachste Behandlung der polyzystischen Ovarien ist eine Gewichtsabnahme, doch auch Medikamente und ein kleiner Lasereingriff an den Eierstöcken können helfen. Auch wenn kein Kinderwunsch besteht, ist eine ausbleibende Menstruation ernst zu nehmen: jüngere Frauen, die weniger als vier Menstruationen pro Jahr haben, können rasch und früh einen Knochenschwund entwickeln! (siehe Seite Osteoporose) Blutungsstörungen bei Erkrankungen der GebärmutterVerstärkte Monatsblutungen und Blutungen ausserhalb des Monatsrhythmus (Zwischenblutungen) wecken den Verdacht auf ein Problem in der Gebärmutter selbst. Diese sind meistens gutartiger Natur (Myome als Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, Polypen als Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut). Bei älteren Frauen, insbesondere bei solchen, die nach längerer Pause wieder Blutungen bekommen, muss dringend ein Gebärmutterkrebs ausgeschlossen werden. Bei der Abklärung steht eine Methode im Vordergrund: der Ultraschall von der Scheide aus (Vaginalsonographie). Diese Methode ist heutzutage sozusagen der erweiterte Tastsinn des Gynäkologen.
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