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Toxoplasmosis and pregnancy

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Toxoplasmen sind weit verbreitete Einzeller, die bei erwachsenen Menschen eine grippeähnliche, harmlose, manchmal kaum bemerkte Infektion (Toxoplasmose) hervorrufen. Etwa 50% der Schweizer Frauen haben in ihrem Leben bereits eine Toxoplasmose durchgemacht und sind dagegen immun. Probleme können erst dann entstehen, wenn sich eine schwangere Frau erstmals mit Toxoplasmen ansteckt. 160 Schwangere stecken sich pro Jahr in der Schweiz an, was etwa 30 Infektionen beim ungeborenen Kind entsprechen würde; tatsächlich sehen die Kinderärzte aber weniger Fälle.

toxoplas.jpg (6203 bytes)

Oben: Mikroskopische Aufnahme des Toxoplasmose-Erregers (Toxoplasma gondii).

Warum sind Toxoplasmen für das ungeborene Kind gefährlich?

Die Erreger setzen sich zunächst im Mutterkuchen fest. Von da aus können sie das Gehirn und die Netzhaut des Auges befallen. In der Früh-Schwangerschaft ist es unwahrscheinlich, dass sich das ungeborene Kind ansteckt; im Fall der Infektion wären aber Schäden zu befürchten. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto wahrscheinlicher wird eine Infektion des Kindes, aber desto harmloser sind ihre Folgen:

Zeitpunkt der Erkrankung der Mutter

Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung des Kindes

Wahrscheinlichkeit, dass die Ansteckung schwere Folgen hinterlässt

Erstes Drittel der Schwangerschaft 20% 50%
Zweites Drittel 30% 20%
Drittes Drittel 70% 1%

Vorsichtsmassnahmen

Von grossem Wert ist die Entnahme einer Blutprobe vor der Schwangerschaft, um Ihre Abwehrsituation bezüglich Röteln und Toxoplasmose zu kennen. Damit können unklare Situationen (Unterscheidung zwischen frischer und mehrere Monate alter Infektion) vermieden werden. Frauen, die Toxoplasmose bereits durchgemacht haben, müssen keine Vorsichtsmassnahmen treffen. Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt:

  • Kein Genuss von rohem oder blutigem Fleisch (Beefsteak tartare).
  • Kein Kontakt mit Katzenkot und Katzenkistchen (ausser mit Gummihandschuhen).
  • Junge Kätzchen meiden (diese scheiden besonders viel Parasiten aus).
  • Bei Gartenarbeit Handschuhe tragen, Hände von Augen, Nase und Mund fernhalten und anschliessend gut abwaschen. Sowohl im Garten als auch in Sandkästen von Kindern hat es häufig Katzenkot.
  • Beim Rüsten von rohem Fleisch niemals Augen, Nase oder Mund mit den Händen berühren. Hände anschliessend gut abwaschen. Auch rohes Obst und Gemüse immer gut abwaschen.
  • Katzenhalter: die Katze soll, wenn möglich, nicht draussen jagen gehen. Auch der Katze soll nur gekochtes Fleisch gefüttert werden. Das Katzenkistchen mit heissem Wasser desinfizieren.

Muss ich meine Katze weggeben?

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Schwangere, die eine Katze halten und Toxoplasmose noch nicht durchgemacht haben, müssen ihr Büsi nicht weggeben (ausser vielleicht junge Kätzchen). Wichtig ist, die Arbeit mit dem Katzenkistchen anderen Personen zu überlassen oder dabei konsequent Latex-Handschuhe zu tragen.

Ideal ist, wenn die Katze für die Dauer der Schwangerschaft als Wohnungskatze gehalten wird.

Vorgehen bei Ansteckung in der Schwangerschaft

Toxoplasmose ist das Paradebeispiel einer Krankheit, bei welcher sich vorgeburtliche Untersuchungen zum Wohle des Kindes auswirken. Früher war es nicht selten, dass Schwangerschaften wegen akuter Toxoplasmose abgebrochen wurden - dies ist nach heutigem Stand des Wissens nicht mehr nötig. Ergibt eine Blutprobe den Verdacht auf frische Toxoplasmose, wird unverzüglich die Behandlung mit einem Antibiotikum (3 x 3 Millionen Einheiten Rovamycine(r) pro Tag bzw. nach der 14. Woche 2 x 1 Tablette Fansidar(r) pro Woche) begonnen. Eine weitere Blutprobe im Abstand von ca. zwei Wochen wird dann zeigen, ob sich die Abwehrsituation verändert hat, d.h. ob eine frische Infektion vorliegt. Wenn ja, wird das Antibiotikum weiter eingenommen und evt. eine Untersuchung des Nabelschnurbluts an der Universitätsklinik vorgenommen.

Selbst bei einem positiven Erregernachweis im Fruchtwasser wird das Kind mit grösster Wahrscheinlichkeit gesund bleiben, sofern die Rovamycine(r)-Behandlung rechtzeitig begonnen wurde. Solche Kinder werden nach der Geburt vom Kinderarzt gründlich untersucht und während drei Monaten weiter behandelt.

Wir können nicht verhindern, dass sich Schwangere mit Toxoplasmoseinfektion Sorgen machen. Hier können nur ausführliche Gespräche mit uns und ggf. mit Experten einer Universitätsklinik helfen, damit Sie unsere Zuversicht teilen.

Die obigen Informationen sind allgemeiner Art. Unsere Praxis ist keineswegs auf Toxoplasmose spezialisiert und gibt zu diesem Thema keine individuellen Ratschläge oder Zweitmeinungen ab.


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