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Toxoplasmose und SchwangerschaftGemäss Empfehlung einer Expertengruppe des Bundesamtes für Gesundheit aus dem Jahr 2009 sollen schwangere Frauen NICHT MEHR auf Toxoplasmose getestet werden, weil Ansteckungen des ungeborenen Kindes selten sind und die früher häufig durchgeführte Antibiotikabehandlung in der Schwangerschaft punkto Wirksamkeit nicht überzeugt hat. Toxoplasmen sind weit verbreitete Einzeller, die bei erwachsenen Menschen eine grippeähnliche, harmlose, manchmal kaum bemerkte Infektion (Toxoplasmose) hervorrufen. Etwa 50% der Schweizer Frauen haben in ihrem Leben bereits eine Toxoplasmose durchgemacht und sind dagegen immun. Probleme können erst dann entstehen, wenn sich eine schwangere Frau erstmals mit Toxoplasmen ansteckt. 160 Schwangere stecken sich pro Jahr in der Schweiz an, was etwa 30 Infektionen beim ungeborenen Kind entsprechen würde; tatsächlich sehen die Kinderärzte aber weniger Fälle.
Oben: Mikroskopische Aufnahme des Toxoplasmose-Erregers (Toxoplasma gondii). Warum sind Toxoplasmen für das ungeborene Kind gefährlich?Die Erreger setzen sich zunächst im Mutterkuchen fest. Von da aus können sie das Gehirn und die Netzhaut des Auges befallen. In der Früh-Schwangerschaft ist es unwahrscheinlich, dass sich das ungeborene Kind ansteckt; im Fall der Infektion wären aber Schäden zu befürchten. Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto wahrscheinlicher wird eine Infektion des Kindes, aber desto harmloser sind ihre Folgen:
VorsichtsmassnahmenVon grossem Wert ist die Entnahme einer Blutprobe vor der Schwangerschaft, um Ihre Abwehrsituation bezüglich Röteln und Toxoplasmose zu kennen. Damit können unklare Situationen (Unterscheidung zwischen frischer und mehrere Monate alter Infektion) vermieden werden. Frauen, die Toxoplasmose bereits durchgemacht haben, müssen keine Vorsichtsmassnahmen treffen. Für Toxoplasmose-negative Schwangere gilt:
Muss ich meine Katze weggeben?
Schwangere, die eine Katze halten und Toxoplasmose noch nicht durchgemacht haben, müssen ihr Büsi nicht weggeben (ausser vielleicht junge Kätzchen). Wichtig ist, die Arbeit mit dem Katzenkistchen anderen Personen zu überlassen oder dabei konsequent Latex-Handschuhe zu tragen. Ideal ist, wenn die Katze für die Dauer der Schwangerschaft als Wohnungskatze gehalten wird. |
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