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Nackentransparenz
(nuchal translucency, NT)

Dieses relativ neue Hinweiszeichen auf eine Erbgutstörung wird bei der Ultraschalluntersuchung zwischen der 11. und 14. Woche kontrolliert. Das ungeborene Kind sollte dabei mindestens 38 Millimeter lang sein (Scheitel-Steiss-Länge). Für die Untersuchung braucht es Erfahrung, ein gutes Ultraschallgerät und maximale Vergrösserung. In diesem Entwicklungsstadium ist es normal, wenn sich im Nacken ein dünnes Flüssigkeitspolster befindet (schwarzer Streifen, Dicke durch kleine rote Linie markiert). Ist die Nackentransparenz (NT) aber dicker als 3.5 Millimeter (siehe rechtes Bild), spricht dies für ein Problem des Lymphabflusses und ist verdächtig auf eine Erbgutstörung bzw. Fehlbildung.

Vorgehen bei NT von 2.5 mm und mehr (5% der Schwangeren)

Bei auffälliger NT wird die weitere Abklärung des Erbguts mittels Fruchtwasserpunktion oder Chorionbiopsie empfohlen. Eine NT von 2.5 - 3.4 mm entspricht einer Grauzone mit etwas erhöhtem Risiko (siehe Tabelle der Risikoziffern), während eine NT von 3.5 mm und mehr (bei 1% aller Schwangeren) auf jeden Fall abgeklärt werden sollte. Berechnen Sie Ihr individuelles Risiko (eigene Seite).

Die alleinige Messung der NT erfasst ca. 70% der Kinder mit Down-Syndrom, die Kombination mit dem Ersttrimester-Bluttest zwischen 80% und 90%; diese Kombination erfasst auch die Mehrzahl der übrigen Erbgutstörungen. Neu wird auch darauf geachtet, ob dem ungeborenen Kind das Nasenbein fehlt.

Auffällige NT und normales Erbgut - was nun?

Die klare Mehrheit der Schwangeren mit auffälliger NT wird ein normales Resultat der Fruchtwasserpunktion haben. Wiederum die Mehrheit davon trägt auch ein völlig normales Kind - die auffällige NT war nur ein vorübergehendes Entwicklungsstadium des gesunden Kindes. Nun ist eine einfühlsame Beratung mit Augenmass gefragt.

Auffällige Nackentransparenz (NT) bei normalem Erbgut

NT 

Alle > 3.4 mm

3.5 - 4.4 mm über 6.4 mm

Anteil normaler Kinder bei Geburt

77%

86%

31%

Fehlbildung (Herz, Zwerchfell, Bauchwand)

17%

7%

36%

Fehlgeburten / Todesfälle nach Geburt

6%

   

Die führende Londoner Arbeitsgruppe um Prof. Nicolaides empfiehlt in dieser Situation:

  • Ultraschall durch Experten mit 14-16 und 20 Wochen (Suche nach Herzfehler usw.);
  • Suche nach Infektionen der Mutter, falls sich NT nicht zurückbildet;
  • Fachärztliche Untersuchung des Kindes nach der Geburt. 

Allgemein gilt: Vorgeburtliche Untersuchungen sollen nicht "unwertes" Leben zerstören, sondern das - in der Regel normale - Resultat soll die werdenden Eltern beruhigen und der Frau eine angstfreie Schwangerschaft ermöglichen. Ihr Arzt berät, und Sie treffen die Entscheidungen.


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