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Successful IVF in Switzerland

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Krasse Falschinformationen in der "Weltwoche"

Ein herziges Mädchen auf der Titelseite mit dem dümmlichen Titel "Ich heisse Rea Genzglas". Unfruchtbarkeit sei eine Krankheit, "für die es in der Schweiz kaum Heilungschancen gibt". Die Schwangerschaftschancen mit tiefgekühlten und aufgetauten Embryonen seien "miserabel". Ist das unsere Wirklichkeit?

Der Artikel von Franziska K. Müller in der "Weltwoche" 07/2006 ist eine bedauerliche journalistische Fehlleistung. Zitate von Experten, die sich für eine Lockerung des Schweizer Gesetzes für Fortpflanzungsmedizin einsetzten, wurden aus dem Zusammenhang gerissen und so dargestellt, als ob es praktisch sinnlos wäre, sich in der Schweiz einer IVF-Behandlung zu unterziehen.

Embryotransfer am 5. Tag bringt keinen Vorteil

Die längere Beobachtung von Embryonen vor dem Einsetzen bringt gemäss der angesehenen und unabhängigen Cochrane Library keinen Vorteil punkto Schwangerschaftsrate (D.A.Blake, M.Proctor and N.P.Johnson: The merits of blastocyst versus cleavage stage embryo transfer: a Cochrane review. Human Reproduction 19:795, 2004).

Ein österreichisches Zentrum wirbt im Weltwoche-Artikel, dank dem späteren Embryotransfer grundsätzlich erfolgreicher zu sein. Die verführerische Zahl von "60 bis 80%" Erfolg bezieht sich dabei auf den Gesamterfolg pro behandeltes Paar (häufig aus mehreren Versuchen), was aber auch von Schweizer Zentren erreicht wird.

Beglaubigte Zahlen 2000 - 2004 unserer IVF-Praxis:
Auftauzyklen tragen erheblich zum Erfolg bei!

Fast schon verleumderisch ist die Behauptung, das Tiefkühlen und spätere Auftauen befruchteter Eizellen habe "miserable" Erfolgschancen. Dies kann ich mit eigenen Zahlen belegen (1999-2006 Zusammenarbeit mit dem Labor von Dr. Peter Fehr, Schaffhausen):

IVF Singer 2000-2004

Anzahl Transfers

Schwangerschaften

Erfolgsrate in %

"Frische" Zyklen
ohne Tiefkühlen

   396    164    41.4%

Zyklen mit aufgetauten
Eizellen

   262    82    31.3%

Die durchschnittliche Erfolgsrate pro Versuch in "frischen" Zyklen ist somit gut 41%, jene von Auftauzyklen gut 31%. Die geringe Differenz erklärt sich dadurch, dass die Patientinnen mit den allerbesten Chancen häufig im ersten Versuch schwanger werden und dann keine Auftauzyklen mehr brauchen. Auftauzyklen sind aber eine einfache, wenig belastende (keine neue Eizellentnahme nötig) und kostengünstige Methode, um die Gesamterfolgsrate eines Paars zu steigern! Mit der "österreichischen" Methode sind, falls der erste Versuch fehlschlägt, häufig keine tiefgekühlten Zellen mehr vorhanden, so dass das Paar von vorne beginnen und erneut eine teure Stimulation in Kauf nehmen muss.

Vermehrt eineiige Zwillinge nach Transfer am 5. Tag

Wer sogenannte Blastozysten-Transfers am 5. Tag anbietet, müsste seine Patientinnen über die auffällige Häufung eineiiger Zwillinge aufklären (A.A.Milki und Mitarbeiter, Fertility and Sterility März 2003, Seiten 503-506). Die hohe Zwillingsrate von 5.6% ist unerwünscht, weil eineiige Zwillinge mehr Komplikationen mit sich bringen (siehe eigene Seite).


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