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Erfolgreiches IVF in der Schweiz

In einer Fortbildung für meine zuweisenden Ärzte im März 2009 ging ich auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein, gemäss welchen die gesetzliche Lage in der Schweiz keinen ins Gewicht fallenden Nachteil darstellt. Waren früher die Präimplantationsdiagnostik und die Blastozystenkultur häufige Gründe, um die Behandlung im Ausland zu versuchen, so ist heute eigentlich nur die Eizellspende ein objektiver Grund, das Glück jenseits der Grenze zu suchen. Im folgenden zeige ich die wichtigsten Botschaften des Vortrags.

Natürliche Fehlerquote bei der Befruchtung

In allen Ländern kämpfen die IVF-Spezialisten mit den natürlichen Grenzen der menschlichen Fortpflanzung, weil bei der Verschmelzung von weiblichem und männlichem Zellkern viele Fehler passieren (je älter die Eizelle, desto mehr). Das Bild oben zeigt links eine unbefruchtete Eizelle (Tag 0), rechts davon eine befruchtete Eizelle am Tag 1 (= Zygote, Präembryo), dann einen Vier-Zell-Embryo am Tag 2 und ganz rechts eine Blastozyste am Tag 5.

Nur durchschnittlich jeder zweite Embryo hat ein normales Erbgut und somit eine Chance, sich einzunisten. Im Alter von 40 Jahren sind bereits 60%, im Alter von 45 Jahren 75% der Embryonen chancenlos.

Blastozysten: immer noch zu 40% fehlerhaft

In einer sehr wichtigen Studie ging das Team des Blastozysten-Pioniers Dr. William Schoolcraft aus Colorado der Frage nach, ob die Entwicklung bis zum fünften Tag wirklich jene entscheidende Schwelle darstellt, an welcher sich "gute" von "schlechten" Embryonen scheiden. Das Ergebnis war verblüffend: am Tag 2 bzw. 3 sind 50% der Embryonen fehlerhaft, am Tag 5 sind es immer noch 40% der Blastozysten! Der entscheidende Schritt ist somit nicht das Überleben bis zum fünften Tag, sondern die später folgende Einnistung und Weiterentwicklung.

Die aggressive Werbung von Zentren im grenznahen Österreich, wo die Blastozystenkultur seit Jahren als entscheidender Vorteil gegenüber der Schweiz und Deutschland vermarktet wird, ist somit zum allergrössten Teil widerlegt!

Präimplantations-Diagnostik ist definitiv "out"

Die früher mit grossen Hoffnungen verknüpfte und in der Schweiz verbotene Präimplantationsdiagnostik (Embryobiopsie) hat krass enttäuscht. Weil die meisten Embryonen kranke wie gesunde Zellen enthalten, lassen sich aus der Entfernung und genetischen Untersuchung einer von acht Zellen keine sicheren Schlüsse darüber ziehen, ob das betreffende Kind später genetisch krank oder gesund sein wird. In einer intensiven Diskussion unter Experten wird mehrheitlich empfohlen, die Methode in der heutigen Form zu verlassen und auch keine Studien mehr durchzuführen.

Das Schweizer Gesetz ist besser als sein Ruf

Die betroffenen Paare in der Schweiz können somit beruhigt sein: mit unseren gesetzlichen Vorgaben können wir ihnen international absolut konkurrenzfähige Erfolgsraten anbieten. IVF in der Schweiz ist viel besser als sein Ruf!


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