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Impfung gegen Papillomaviren (HPV)

Erneut ist es die Frauenheilkunde, die eine wichtige Vorsorgemassnahme anbieten kann. Nach dem "Krebsabstrich" zur Früherkennung des Gebärmutterhals-Krebses können nun junge Frauen geimpft werden, damit sie diesen früher gefürchteten Krebs gar nicht erst bekommen.

Impfung gegen
Krebs?

Heute ist unbestritten, dass Gebärmutterhals-Krebs durch sogenannte humane Papilloma-Viren (Wärzchen-Viren, HPV; Bild rechts unten) verursacht wird. Die Mehrzahl aller sexuell aktiven Frauen steckt sich im Laufe des Lebens mit HPV an; bei vielen heilt die Infektion ohne Folgen aus.

Bei einer Minderheit kann das Virus den genetischen Code der Körperzellen verändern und krankhafte Veränderungen in Gang setzen. So entstehen Viruswärzchen (Condylome) oder eben Gebärmutterhals-Krebs - am häufigsten in der sexuell aktivsten Altersgruppe zwischen 20 und 30 Jahren. Weil 99.7% aller Tumoren am Gebärmutterhals den genetischen Code des HPV-Virus enthalten, kann eine HPV-Impfung tatsächlich vor Krebs schützen. Die Impfung schützt auch gegen Tumoren im After- und Mundbereich.

Schützen Kondome?

NEIN, weil das Virus durch jeglichen Hautkontakt im Intimbereich übertragen wird, also auch durch Oral-Sex und Petting. Eine Penetration ist, im Gegensatz zum AIDS-Virus, nicht erforderlich. Junge Mädchen müssen deshalb geimpft werden, bevor sie irgendwelche intimen Kontakte inklusive Petting betreiben.

Wie wird geimpft?

HPV kommt in gegen 200 Unterformen (Typen) vor. Der Impfstoff Gardasil® der Firma Sanofi Pasteur MSD schützt gegen die häufigen und gefährlichen HPV-Typen 6, 11, 16, 18. Es sollen alle Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren geimpft werden, möglichst vor dem ersten Sexualkontakt. Die Impfung besteht aus drei Injektionen, wobei die zweite Injektion nach 2 Monaten und die letzte nach 6 Monaten verabreicht wird. Die Impfung ist sehr gut verträglich und wirkt zu nahezu 100%.

Kosten der Impfung

Ab August 2008 wird die Impfung für 11-15jährige Mädchen im Kanton Zürich (endlich) von der Krankenkasse übernommen. Bis zum Jahr 2012 können sich auch 15-19jährige junge Frauen nachimpfen lassen.

Wird der jährliche  "Krebsabstrich" überflüssig?

Ganz klar NEIN. Die Impfung schützt gegen vier häufige HPV-Typen, keineswegs gegen alle. Erst wenn die ganze Bevölkerung geimpft ist und genügend Langzeit-Daten vorliegen, wird man in 20-30 Jahren darüber nachdenken können, ob der "Krebsabstrich" seltener durchgeführt werden kann. Die gynäkologische Jahreskontrolle besteht im übrigen nicht nur aus dem Abstrich, sondern aus der Untersuchung der Brust und anderen wichtigen Vorsorgemassnahmen (wie z.B. Blutdruckmessung); bei unter 50jährigen Frauen handelt es sich häufig um den einzigen Arztkontakt im Laufe des Jahres.

Was empfiehlt sich bei über 19jährigen Frauen?

Im Moment nichts. Frauen, die noch keine sexuellen Kontakte hatten, können sich auf eigene Kosten impfen lassen (evt. zahlt die Zusatzversicherung). Für Frauen über 26 Jahren ist der Impfstoff nicht zugelassen. Wahrscheinlich wird man Frauen, deren "Krebsabstrich" schon Veränderungen zeigt, mit höheren Dosen des Impfstoffs behandeln können (therapeutische Impfung).  Dieses Medikament ist aber noch nicht in Sicht.


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