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Frauenheilkunde, Zyklusstörungen

Die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt bzw. bei der Frauenärztin ist für viele Frauen der einzige Arztkontakt im Laufe des Jahres. Wer regelmässig zur Kontrolle kommt, kann einem Krebs von Brust und Gebärmutterhals wirksam vorbeugen. Es ist mein Anliegen, jeden Untersuchungsschritt am Monitor sichtbar zu machen und zu erläutern.

Immer mehr und immer bessere Verhütungsmethoden stehen der Frau zur Verfügung und werden von der Industrie teils aggressiv vermarktet. Ich möchte Sie neutral beraten. Besonders aktuell ist die Seite über durchgehende Pilleneinnahme (Ist die Menstruation nötig?) und die Tipps zu Reisen und Pille. Frauen über 40 werden Themen wie Menopause, Brustkrebs, Senkungsbeschwerden/Inkontinenz und Osteoporose interessieren.

Zyklusstörungen
Was ist eine «normale» Menstruation?

  • Dauer eines Monatszyklus: 21-35 Tage
  • Dauer der Monatsblutung: maximal 7 Tage
  • Stärke der Monatsblutung: die Blutung ist abnormal stark, wenn sich im Menstruationsblut Gerinnsel (Blutklumpen) bilden, wenn Sie deutlich über zehn Tampons bzw. Binden pro Tag brauchen oder wenn Sie nach der Menstruation ungewöhnlich müde sind (Zeichen von Blutarmut).

Der normale Zyklus der Frau wird vom Zwischenhirn (Hypothalamus) gesteuert (siehe Bild unten links). Dort wird das Hormon GnRH (Gonadotropin-releasing hormone) gebildet, welches die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) steuert. Diese bildet, je nach Zyklusphase, die Hormone FSH und LH, welche ihrerseits den Eierstöcken Befehle erteilen.

Das Zykluszentrum im Zwischenhirn reagiert sehr sensibel auf Faktoren wie psychischen Stress, körperlichen Stress, Extremsport, Hunger, Gewichtsabnahme unter ca. 48 kg, aber auch übermässige Gewichtszunahme. In allen diesen Situationen kann die Monatsblutung aussetzen (dies bezeichnen wir als Amenorrhoe). Typisch ist z.B. die Amenorrhoe jüngerer Frauen als Folge der fremden Umgebung bei einem Auslandaufenthalt. Bei ausbleibender Monatsblutung muss natürlich zuerst eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Bild oben Mitte: Eine typische und häufige Zyklusstörung insbesondere der übergewichtigen Frau - sogenannte polycystische Ovarien. Auf dem Querschnitt durch den Eierstock sieht man zahlreiche kleine Eibläschen unterhalb der Oberfläche. Bei dieser Störung werden im Eierstock zuviel männliche Geschlechtshormone gebildet und im Fettgewebe zu «ungesunden» Östrogenen umgewandelt, was den Eisprung unterdrückt (PCO-Syndrom). Folgen sind ausbleibende Menstruation, Kinderlosigkeit, vermehrter Haarwuchs und Akne. Die beste und einfachste Behandlung der polyzystischen Ovarien ist eine Gewichtsabnahme, doch auch Medikamente und ein kleiner Lasereingriff an den Eierstöcken (Bild oben rechts) können helfen.

Auch wenn kein Kinderwunsch besteht, ist eine ausbleibende Menstruation ernst zu nehmen: jüngere Frauen, die weniger als vier Menstruationen pro Jahr haben, können rasch und früh einen Knochenschwund entwickeln! (siehe Seite Osteoporose)

Blutungsstörungen bei Erkrankungen der Gebärmutter

Verstärkte Monatsblutungen und Blutungen ausserhalb des Monatsrhythmus (Zwischenblutungen) wecken den Verdacht auf ein Problem in der Gebärmutter selbst. Diese sind meistens gutartiger Natur (Myome als Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, Polypen als Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut). Bei älteren Frauen, insbesondere bei solchen, die nach längerer Pause wieder Blutungen bekommen, muss dringend ein Gebärmutterkrebs ausgeschlossen werden.


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