Not without risks: culture of blastocysts
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Auf der Seite Abbildungen zu IVF und ICSI zeige ich die verschiedenen Entwicklungsstadien des menschlichen Lebens im Reagenzglas. Bei uns werden Embryonen am Tag 2 (Vierzellstadium, unten links), evt. auch am Tag 3 (Achtzellstadium) in die Gebärmutter zurückgegeben. Verschiedene ausländische Zentren sehen einen Vorteil darin, den Embryo 5-6 Tage im Reagenzglas zu züchten, bis eine Hohlkugel (Blastozyste, unten rechts) entsteht.

Unseriöse Werbung ausländischer Zentren
In der Schweiz, wie auch in Deutschland, ist die Entwicklung von mehr als drei befruchteten Eizellen zu Embryonen verboten, weshalb die Blastozystenkultur im Normalfall keinen Sinn macht (nur ca. 40% der befruchteten Eizellen überleben bis am fünften Tag, weshalb man 5-7 Eizellen zur Auswahl haben sollte). Ein Zentrum im grenznahen Österreich macht gezielt Werbung in der Schweiz und behauptet, dank der - in Österreich erlaubten - Blastozystenkultur grundsätzlich erfolgreicher zu sein.
Vermehrt eineiige Zwillinge nach Blastozysten-Transfer
Eine wichtige Veröffentlichung der Stanford-Universität in der Fachzeitschrift Fertility and Sterility (A.A.Milki und Mitarbeiter, März 2003, Seiten 503-506) zeigt nun: bei über 500 Schwangerschaften nach IVF/ICSI fand man nach Blastozysten-Transfer deutlich mehr eineiige Zwillinge (5.6%) als nach konventionellem Transfer 2-3 Tage nach Eizellentnahme (2%). Dies bedeutet, dass sich die Blastozyste nach dem Schlüpfen (hatching, siehe Bild unten rechts) in zwei Teile teilt, bevor die definitive Einnistung stattfindet.

Warum sind eineiige Zwillinge unerwünscht?
- Erhöhte Komplikationsrate eineiiger Zwillinge, die sich in derselben Fruchtblase entwickeln;
- Erhöhtes Drillingsrisiko, sofern zwei Blastozysten transferiert wurden.
Nicht das künstliche Anbringen von Öffnungen durch ICSI oder 'assisted hatching', sondern die längere Zellkultur an sich scheinen zur beunruhigenden Häufung eineiiger Zwillinge beigetragen zu haben. Die Autoren kommen zum Schluss: wer Blastozystenkultur anbietet, muss seine Patientinnen über die Häufung eineiiger Zwillinge aufklären!
Für ein erfolgreiches IVF-Programm braucht es keine Blastozysten
Die Behauptung der ausländischen Konkurrenz, dass die gesetzliche Situation in Deutschland und der Schweiz uns zu Erfolgsraten unter 30% pro Versuch verurteilt, wird in unserem - seit 1999 mit deutlich höheren Schwangerschaftsraten funktionierendem - Programm bei weitem widerlegt! Siehe Erfolgsraten.